Station 20: Panorama Thalheim

GeoWeg Region Schinznach — Habsburg

Station 20: Panorama Thalheim
Der Faltenjura: übereinander geschobene Gesteinsplatten

Der Faltenjura besteht im Bereich des Aare-Durchbruchs aus drei Überschiebungs- und Faltengürteln, nämlich dem Linnerberg im Norden, dem Grund ob Schinznach Dorf und der Gisliflue weiter südlich.

Die nördlichste Front mit dem Linnerberg bildet eine regelmässig südfallende Platte, welche vom Hauptmuschelkalk bis in den unteren Malm reicht. Der verwitterungsbeständige Hauptrogenstein tritt dabei deutlich als Bergrücken über der Tongrube von Eriwies in Erscheinung. Die kleine, südlich vorgelagerte Rippe hingegen entspricht nicht dem Gestein, das aufgrund der ursprünglichen Schichtfolge (Stratigraphie) zu erwarten wäre, sondern besteht aus Hauptmuschelkalk, welcher hier entlang der Chestenberg-Überschiebung nordwärts aufgeschoben wurde. Ihm lagert sich wiederum die gesamte Schichtserie bis ins Tertiär auf. Die Überschiebung trennt somit zwei aufeinanderliegende, steilgestellte, mächtige Sedimentplatten voneinander ab.

Südlich von Veltheim flacht die Gesteinsplatte ab und steigt auf der Gegenseite wieder leicht an. Diese geologische Muldenstruktur trägt die Bezeichnung "Synklinale von Thalheim". Sie ist ebenfalls eine der vielen markanten Strukturen, welche vom Aaretal abgeschnitten werden. Im Süden wird sie von einer dritten Platte aus Keuper- bis Malmgesteinen entlang der Gisliflue-Überschiebung überschoben. Wiederum bildet der Hauptrogenstein als resistentes Gestein den Bergrücken der Gisliflue. Mit rund 20° Gefälle taucht die Platte schliesslich in das mittelländische Molassebecken ein. 5 km südlicher befindet sie sich bereits in einer Tiefe von 575 m, wie eine Bohrung bei Schafisheim gezeigt hat.

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